Langsames Wettrennen der Sandy Bridge Convertible Tablet PCs: Pläne und Mutmaßungen zu Fujitsu, Dell, Lenovo und HP


Immerhin einen neuen Convertible Tablet PC werden wir auf der CeBIT 2011 im März in Hannover aller Voraussicht nach sehen können, das Lifebook T901 von Fujitsu (Details zum 13-Zoll-Tablet weiter unten). Dell wird zwar in Halle 2 wieder einen Stand haben, aber seinen in den USA vor kurzem erstmals gezeigten Sandy-Bridge Convertible XT3 nicht in Hannover zeigen, wie wir erfahren haben. Man habe sich auf Business-Lösungen konzentriert, werde aber den Streak 7, einen Finger-Tablet, vorstellen.

HP hat in dieser Woche zwar seine ersten Business-Notebooks auf Sandy Bridge-Basis angekündigt, dabei aber einen Nachfolger für das EliteBook 2740p ausgespart. Auch für einen Nachfolger des Consumer-Convertible Touchsmart TM2 gibt es noch keine verlässlichen Informationen. HP stellt nicht auf der CeBIT aus.

Lenovo gibt sich in Sachen neuem Convertible ebenfalls noch zugeknöpft. Zwar taucht in einem Promo-Video der Business-Geräte für 2011 ganz kurz ein Tablet auf, der wahrscheinlich x220t heißen wird, aber weitere Informationen gibt es noch nicht. Immerhin hat Lenovo jetzt mitgeteilt, bei seinen Business-Geräten wie HP auf besonders lange Laufzeit zu setzen.

Nach 1:38 taucht ganz kurz ein Convertible Tablet auf, siehe unten.

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Dell Latitude XT3

Dell hat den Latitude XT3 vor ein paar Tagen vorgestellt, aber noch keinen genauen Launchtermin oder Preise genannt (Das Notebookjournal nennt den 16. Juni). Man kann von einer Verfügbarkeit Mitte des Jahres ausgehen. Das neue Convertible verfügt über einen sonnenlichttauglichen Dualtouch-Screen für Eingaben mit Stift oder bis zu vier Fingern. Anschlüsse für HDMI, VGA, Firewire zeigt das Engadget-Video. Der XT3 erreicht mit Dual-Core-Prozessor und 2 GB RAM 4,5 auf dem Windows Experience Index. Besonders erwähnenswert ist der neue “standardisierte” Dockinganschluss, der für alle neuen Latitude-Geräte gleich ist, so dass Firmen nur einen Typ Dockingstationen anschaffen müssen.

Engadget: Hands-On: Dell Latitude XT3 Convertible Tablet

Fujitsu Lifebook T901

Beim T901 von Fujitsu handelt es sich um ein Update des im letzten Jahr vorgestellten T900, einem 13,3-Zoll-Convertible mit 1,95 kg Gewicht und umfangreichen Konfigurationsoptionen. Eine Laufzeit von 9-14 Stunden, ein modularer Schacht für Zusatz-Akku, –Festplatte oder Blu-ray-Laufwerk und FÜNF-Finger-Eingabe des Dualtouch-Bildschirms zeichnen das Gerät aus. Die Prozessorauswahl reicht von Core i3 bis Core i7 bei 2,1 bis 2,7 GHz Taktfrequenz (Core i3-2310M, Core i7-2620M), der Arbeitsspeicher umfasst 8 GB im Vollausbau, an Massenspeicher ist von 64 oder 128 GB SSD über 160 GB (5400 U/min) bis 500 GB (7200 U/min) alles Wesentliche vertreten.

Hervorzuheben ist die Treiberunterstützung für das veraltete, aber in Firmen noch überwiegend eingesetzte Windows XP. Ein Datenblatt hat Fujitsu bereits veröffentlicht (PDF), Preise und Verkaufsstart stehen noch nicht fest. Der T900 ist derzeit im Fujitsu-Onlineshop ab 1700 Euro erhältlich.

10,1-Zoll Slate Tablet PC CL900 mit Windows 7 von Motion Computing ab April zum Kampfpreis von 900 Euro


Motion Computing hat eine lange Reihe herausragender Business-Tablet PCs auf den Markt gebracht. Der im Januar vorgestellte neueste Slate Motion CL900 mit 10,1-Zoll-Bildschirm soll, so haben wir jetzt erfahren, im April auf dem deutschen Markt verfügbar sein – angesichts der Ausstattung will ich bei 900 Euro von einem Kampfpreis sprechen, der Konkurrenten wie PaceBlade oder Fujitsu im Projektgeschäft noch arge Kopfschmerzen bereiten dürfte.

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Mehrere Faktoren machen den 952 Gramm leichten CL900 zu einem besonders für den Außeneinsatz geeigneten Gerät: Das Display ist aus besonders widerstandsfähigem „Gorilla“-Glas gefertig, das 1,55 cm dünne Gehäuse ist relativ robust (staub- und spritzwassergeschützt, schadloser Sturz aus bis zu 1,20 Meter Höhe) und erlaubt den Betrieb bei Umgebungstemperaturen von „unter dem Gefrierpunkt“ bis ca. 38 Grad Celsius. Hinzu kommt eine versprochene Akkulaufzeit von bis zu acht Stunden. Ein UMTS-Modul ist optional erhältlich. Motion Computing verspricht einen sonnenlichttauglichen HD-Bildschirm (1366×768 Pixel), macht aber keine genauen Angaben zur Leuchtstärke. Auf der Vorder- und Rückseite sind Kameras mit 3 bzw. 1,3 Megapixel-Auflösung eingebaut.

Was ein Bildschirm mit Gorilla-Glas aushält, zeigt dieses kurze Video

Motion C5 and F5 with Gorilla Glass Display Protection

Motion hebt hervor, mit dem CL900 den ersten Tablet PC mit Dualtouch-Eingabe vorgestellt zu haben, sprich, der kapazitive Bildschirm unterstützt die Bedienung mit dem Finger ebenso wie mit einem im Gehäuse verstaubaren (aber nur optionalen) Digitizer-Stift. Multitouch ist ebenfalls möglich, unklar ist noch, mit wie vielen Fingern zugleich.

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Die Prozessoren von Intel basieren auf der neuesten Atom-Plattform „Oak Trail“, als CPU hat Motion Computing nur ein 1,5 GHz schnelles Modell angekündigt, wohl der Z670. Die Grafik unterstützt die Wiedergabe von HD-Videos, ein externer Bildschirm ist über HDMI anzuschließen.

An Zubehör hat Motion Computing eine Docking-Station und eine Tasche mit Halteriemen sowie einen aktiven Stift im Programm.

Erster Eindruck

Auf dem Papier macht der CL900 einen sehr guten Eindruck. Er ist leichter und leistungsfähiger als sein ausgemusteter kleinerer Vorgänger LS800, der zudem noch deutlich teurer war. Hier macht sich meines Erachtens für den Kunden erfreulich bemerkbar, dass auch Firmen den Einsatz des 500-Euro- iPads im Arbeitsalltag evaluieren.

Als umfassend einsetzbarer und relativ robuster Tablet PC dürfte er seine Käufer finden, als Desktop-Ersatz für stärker fordernde Aufgaben ist er nicht mehr optimal geeignet, da er auf der Atom-Plattform aufbaut. Aber für die Dateneingabe und einfache Office-Aufgaben (Mail, Präsentationen, Excel) eignet er aller Wahrscheinlichkeit nach sehr gut. Eine genaues Urteil werden wir mitteilen, wenn wir das angekündigte Testgerät genauer untersucht und ausprobiert haben, was hoffentlich noch im April der Fall sein wird.

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Prozessor Intel Atom („Oak Trail“) mit 1,5 GHz, wohl der Z670 (unbestätigt)

Arbeitsspeicher 1 oder 2 GB (nicht weiter aufrüstbar)

Betriebssystem Windows 7 Home Premium oder Professional (32bit)

Grafikkarte Intel GMA60 mit 400 MHz Taktung

Bildschirm 10,1 Zoll mit 1366×768 Pixel, LED Backlight

Massenspeicher 30 oder 62 GB SSD

Batterie Lithium-Ionen 43Wh, lt. Hersteller „bis zu 8 Stunden Laufzeit“, aufgeladen innerhalb von 2 Stunden

Anschlüsse 1xUSB 2.0, HDMI 1.3a (KEIN VGA), 1XSD-Karten 1xGleichstrom, 1xSD-Karte,1xAudio in/out-Kombi, 1xDocking-Station

Multimedia Frontkamera (1,3 Megapixel), Rückkamera (3 Megapixel mit bis zu 2048×1536 jpg-Auflösung), Mono-Lautsprecher, 2 Mikrofone

Kommunikation WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 3.0, Gobi 3000 UMTS (optional)

Gewicht 952 Gramm

Maße BxHxT 27,7×17,9×1,54 cm

LINKS

Homepage Hersteller DE US

Homepage Motion CL900 DE US

Datenblatt DE US (PDF)

Treiber-Website DE US

Support DE US

Panasonics neues ToughBook im Retro-Stil: Robuster Thick and Light Core i5 Convertible CF-C1 ab Sommer mit Multi-touch – Hands-on auf der CeBIT


Panasonic hat in diesem Jahr erstmals nicht auf der CeBIT ausgestellt, wollte die Messe aber nutzen, um Journalisten einen Prototypen des im Sommer erhältlichen nächsten ToughBooks zu zeigen: Der Convertible Tablet PC Panasonic ToughBook CF-C1 verfügt über einen hellen und matten 12-Zoll-Bildschirm, wiegt trotz zweier Batterien und Gehäuseverstärkung deutlich unter zwei Kilo und wird von einem Doppelkernprozessor der neuesten Generation angetrieben, dem Intel Core i5. Die Multitouch-Eingabe erkennt zwei Finger.

Verfügbar ab Sommer, geringe Auswahlmöglichkeiten

Das CF-C1 ist mit Anfang März recht früh angekündigt worden, es soll in der Digitizer/Multitouch-Ausführung ab Juli (ca. 2000 Euro) und mit resistivem Bildschirm ab September (ca. 1800 Euro) erhältlich sein. Ein Panansonic-Partner hat sich Tablet-profi.com verwundert über die Launch-Daten gezeigt, da man ihm ursprünglich einen Termin nahe Weihnachten angekündigt hatte. Möglicherweise haben die Ankündigungen von neuen Core i5/i7-Tablets von Toshiba (M780 in den USA), HP (2740p ab April) und Lenovo (X201t ab April) hier eine Rolle gespielt.

Die Konfigurationsmöglichkeiten werden recht übersichtlich sein, man kann ein 3G-Modem als Option wählen, der Prozessor ist festgelegt: Das CF-C1 ist nur mit Intel Core i5 520M (2.40 GHz) erhältlich, eine leistungsstarke und energiesparende CPU, stark genug, um ohne zusätzlichen Desktop-Rechner auszukommen, sofern einem die mäßige 3D-Leistung der internen Intel-Grafik genügt. Der Windows-Leistungsindex liegt bei 3,5.

Neue Gerätekategorie: Thick and Light

Tablet-profi.com hatte die Gelegenheit, sich das Gerät über eine Stunde näher in Augeschein zu nehmen und mit Stephen Yeo auf der CeBIT in Hannover zusammenzusitzen. Panasonics “European Marketing Director” betonte, dass es sich um einen „von Hand gefertigten Prototyp“ handelte. Mein allererster Eindruck, als ich das Gerät in der Hand hielt: Wow, ja, das ist in der Tat leicht, insbesondere angesichts der Größe und des Aussehens. Vielleicht hat Panasonic da eine neue Kategorie eingeführt: Retro-Stil anno 1999 mit einem Thick-and-Light-Design.

Das Gerät ist sehr leicht für einen 12-Zoll-Rechner und ist leicht zu halten dank der Gummischlaufe an der Unterseite. Auch nach einer Stunde im Betrieb ohne sonderliche CPU-Beanspruchung (ein typisches Szenario für die reine Dateneingabe) blieb das Gehäuse an der Ober- wie Unterseite sehr kühl. Sehr gut gemacht.

Stabile Drehgelenke

Ein weiteres gutes und nützliches Detail: Der Bildschirm wird über drei Gelenke bewegt. Eines in der Mitte ermöglicht ausschließlich die Rechts- oder Links-Rotation, zwei weitere in einem Wulst gestatten das Auf- und Zuklappen. Das erste Gelenk kann vom Nutzer blockiert werden, so dass sich laut Panasonic die Wirkkräfte beim Vor- und Zuklappen nicht auf das mittige Drehgelenk fokussieren. Bisher schon zeichnen sich Panasonic ToughBooks durch gute Haltbarkeit aus, wie der erwähnte Panasonic-Partner seine Entscheidung für die ToughBooks begründete. Durch diese Maßnahmen dürfte sich die Stabilität und Langlebigkeit weiter verbessern.

Nachteile

Ein paar Auffälligkeiten wollen wir dem Prototyp-Status zuschreiben und daher nicht näher auf sie eingehen (Gehäuse-Anmutung, Keyboard, Touchscreen-Funktionalität, Bildschirm-Blickwinkel), das wäre unfair.

Das runde Touchpad ist in meinen Augen immer umstritten gewesen, Panasonic preist die Funktion des Ringes als Scrollrad. Mein Problem mit dem Touchpad: Es ist so klein, das man den Mauszeiger man nicht mit einer einzigen Bewegung von einer in die anderen Ecke befördern kann.

Interessanterweise wird in der Panasonic-Pressemitteilung behauptet, das CF-C1 sehe “klasse” aus und werde “so in imagebewussten Zielgruppen wie der Mode- und Kosmetikbranche oder großen Nahrungsmittelkonzernen sehr gut ankommen.” Tja, da Geschmäcker verschieden sind, will ich das nicht weiter kommentieren und zeige einfach ein paar Fotos, die ich von dem Gerät gemacht habe:

ToughBookCF-C1_Back  toughBookCF-C1_HingeUnlocked ToughBookCF-C1_LeftSide toughBookCF-C1_top

Die Fotos sind von 2010, nicht von 1999 (OK, das könnte ein Kommentar sein).

Der Hauptgrund für das dicke Ende sind die Schachtel-artigen Batterie- und Festplattenschächte an der Rückseite sowie die beiden Füße an der Unterseite:

toughBookCF-C1_Battery_Strap

Weitere Auffälligkeiten: Der Prototyp-Digitizer verfügt nicht über die Radiergummi-Funktion, macht einen billigen Eindruck und ist eines 2000-Euro-Gerätes unwürdig. Das wird sich hoffentlich bis zur Serienproduktion ändern. Die meisten Notebook-Firmen mit Ruggedized-Modellen halten sich immer zugute, dass ihre robusten Geräte einen Fall aus einer Höhe von 76 Zentimetern unbeschadet überleben. Warum aber sollte man sich immer erst herunterbeugen, bevor man seinen Rechner fallen lässt? Also: 76 Zentimeter sind nicht genug.

Den Markt vergrößern

Panasonic ist sich klar, dass der Business-Tablet-Markt eine Nische ist. Man möchte ihn vergrößern, um weiteres Wachstum zu sichern.

Vorteile geringes Gewicht, Stabilität, zwei Batterieschächte für den Austausch im laufenden Betrieb, lange Laufzeit, kühles Gehäuse, Druckresistenz bis 100 Kilo, spritzwassergeschützte Tastatur.

Nachteile Festplatte in ihrem Käfig gefangen, kleines Touchpad, neue Dockingstation erforderlich, dick, kein USB 3.0, keine SSD-Option

Spezifikationen

toughBookCF-C1_DevMan

Prozessor Intel Core i5 520M (2.40 GHz, mit Turbo Boost bis zu 2.93 GHz)

Betriebssystem Windows 7 Professional 32 bit (Downgrade XP 2005 Tablet PC Edition)

Chipsatz Intel QM57

RAM 2 Gig DDR 3 PC3-6400 (bis zu 8 GB mittels zwei frei zugänglichen Schächten)

Festplatte 250 GB SATA, keine SSD-Option

Bildschirm 12.1’’ (1280×800 Pixel), hell (350 cd/m2), kapazitives Display für zwei-Finger- und Digitizer-Eingabe (ab Juli für 2000 Euro) oder resistiver Bidlschirm mit Zweifinger-Eingabe (ab September für 1800 Euro)

Verbindungen 56k Modem, WLAN 802.11a/b/g/n, Bluetooth 2.1, Gigabit LAN, 3G (optional)

Multimedia optionale Webcam, Schacht für SDcards

Batterie 2x 43 Wh LiOn für “bis zu 10 Stunden” Akkulaufzeit (bei abgedunkeltem Bildschirm), in zwei separaten Schächten an der Gehäuserückseite

Anschlüsse: 3x USB 2.0, VGA, Audio in/out

Gewicht 1,46 kg (eine Batterie) 1,69 kg (beide Batterien eingesetzt)

Besonderheiten: dick und leicht, Schalter für WLAN

Ein weiteres gutes Hands-On mit Video auf Golem.de

ToughBook-Homepage DE UK